Was ist das – und wofür brauche ich es?
Viele Begriffe aus Drohnendaten, Photogrammetrie und 3D-Modellierung klingen technisch.
Hier erklären wir kurz, was dahintersteckt – und welchen Nutzen es für dein Projekt haben kann.
2D Orthofoto
Was ist das?
Ein Orthofoto ist ein maßstabsgetreues Luftbild zur Dokumentation und Auswertung von Flächen, Objekten und Veränderungen.
Wofür brauche ich das?
→ Übersicht über Grundstücke, Dächer, Baustellen oder Projektflächen
→ Grundlage für Flächen- und Distanzmessungen
→ Vergleich von Zuständen über die Zeit
→ Dokumentation für Planung, Angebot oder Baufortschritt
Gut geeignet für:
→ Flächenübersicht
→ Baustellendokumentation
→ Angebotsvorbereitung
→ Vergleich von Projektständen
Grenzen:
→ zeigt die Fläche von oben, aber keine vollständige 3D-Geometrie
→ für komplexe Höhen, Volumen oder räumliche Strukturen ist ein 3D-Modell oder eine Punktwolke besser geeignet
→ ersetzt keine amtliche Vermessung
3D-Modell / Mesh
Was ist das?
Ein 3D-Modell, auch Mesh genannt, ist eine digitale Rekonstruktion eines realen Objekts, Gebäudes oder Bereichs. Die sichtbare Oberfläche wird dabei als zusammenhängende geometrische Struktur aus Flächen dargestellt und kann mit Bilddaten texturiert werden.
Wofür brauche ich das?
→ digitale Darstellung von Gebäuden, Dächern, Fassaden oder Projektbereichen
→ bessere räumliche Einschätzung als bei einzelnen Fotos
→ Grundlage für Planung, Dokumentation und technische Auswertung
→ visuelle Darstellung komplexer Formen und Strukturen
→ Ergänzung zu Orthofoto, Punktwolke, DSM oder Gaussian Splatting
Gut geeignet für:
→ Dach- und Fassadenprojekte
→ Bestandsdokumentation
→ Bau- und Sanierungsplanung
→ Objektpräsentationen
→ technische Abstimmungen
→ Bereiche, bei denen Form, Struktur und Oberfläche nachvollziehbar dargestellt werden sollen
Grenzen:
→ bildet nur Bereiche ab, die ausreichend sichtbar und aufgenommen wurden
→ feine Details können je nach Bildqualität, Abstand und Oberfläche begrenzt sein
→ spiegelnde, transparente oder sehr gleichmäßige Oberflächen können problematisch sein
→ benötigt mehr Verarbeitung als einzelne Fotos oder ein Orthofoto
→ ersetzt keine amtliche Vermessung
Kurz gesagt:
Ein Mesh ist ein klassisches 3D-Modell mit geometrischer Oberfläche. Es eignet sich besonders, wenn ein reales Objekt nicht nur visuell, sondern auch in seiner Form und Struktur nachvollziehbar dargestellt werden soll.
Punktwolke
Was ist das?
Eine Punktwolke besteht aus vielen einzelnen Messpunkten, die zusammen die Form eines Objekts oder Geländes abbilden.
Wofür brauche ich das?
→ technische Auswertung von Formen, Höhen und Strukturen
→ Grundlage für 3D-Modelle und Volumenberechnungen
→ Analyse von Bauwerken, Flächen oder Erdbewegungen
→ Weiterverarbeitung in geeigneter Fachsoftware
Gut geeignet für:
→ Messungen und technische Auswertungen
→ Höhen- und Volumenanalysen
→ Bestandsaufnahmen
→ Weiterverarbeitung durch Planer oder Fachbüros
Grenzen:
→ weniger anschaulich als ein texturiertes 3D-Modell
→ benötigt passende Software zur Auswertung
→ Qualität hängt stark von Aufnahmeplanung, Kontrollpunkten und Oberflächenstruktur ab
DSM / Digitales Oberflächenmodell
Was ist das?
Ein DSM, auch digitales Oberflächenmodell, bildet die sichtbare Oberfläche eines Bereichs ab – inklusive Gelände, Gebäuden, Vegetation und anderen Objekten.
Wofür brauche ich das?
→ Höhenübersicht eines Projektbereichs
→ Analyse von Gebäuden, Geländeformen und Hindernissen
→ Grundlage für Volumen-, Höhen- und Sichtbarkeitsanalysen
→ Vergleich von Projektständen bei wiederholten Befliegungen
Mögliche Darstellungen:
→ farbige Höhendarstellung zur schnellen visuellen Einschätzung
→ Höhenlinien / Konturen auf dem RGB-Bild
→ Höhenlinien / Konturen auf dem Höhenmodell
→ kombinierte Darstellung von Bild- und Höhendaten
Gut geeignet für:
→ Bauprojekte und Erdarbeiten
→ Dach- und Gebäudeanalysen
→ Geländeübersichten
→ Höhen- und Volumenbetrachtungen
→ Planung und technische Dokumentation
Grenzen:
→ zeigt nicht nur das Gelände, sondern auch Objekte wie Gebäude, Bäume oder Materialhaufen
→ für ein reines Geländemodell ohne Objekte ist ein DTM / DGM besser geeignet
→ Genauigkeit hängt von Aufnahmequalität, Kontrollpunkten und Oberflächenstruktur ab
→ ersetzt keine amtliche Vermessung
Kurz gesagt:
Ein DSM zeigt, was von oben sichtbar ist – also die tatsächliche Oberfläche inklusive aller Objekte. Besonders nützlich für Höhenanalysen, Bauprojekte und technische Auswertungen.
3D-Modell /Gaussian Splatting
Was ist das?
Gaussian Splatting ist eine moderne Methode zur fotorealistischen Darstellung realer Orte, Objekte oder Bereiche. Aus vielen einzelnen Bilddaten entsteht eine digitale Darstellung, die sich interaktiv betrachten lässt und oft sehr natürlich wirkt.
Wofür brauche ich das?
→ realistische Präsentation von Gebäuden, Anlagen oder Projektbereichen
→ bessere Orientierung als bei einzelnen Fotos
→ anschauliche Darstellung für Kunden, Investoren oder Projektbeteiligte
→ visuelle Ergänzung zu Orthofotos, 3D-Modellen oder Punktwolken
→ Präsentation auf Webseiten, in Portfolios oder bei Projektbesprechungen
Gut geeignet für:
→ Immobilien- und Objektpräsentationen
→ visuelle Rundgänge
→ Projektkommunikation
→ Marketing und Präsentation
→ schwer verständliche räumliche Situationen
→ Bereiche, bei denen der visuelle Eindruck besonders wichtig ist
Grenzen:
→ Fokus liegt auf realistischer Darstellung, nicht auf präziser technischer Messung
→ ersetzt keine Punktwolke, kein vermessungsnahes 3D-Modell und keine amtliche Vermessung
→ Qualität hängt stark von Bildqualität, Licht, Oberflächen und Aufnahmeplanung ab
→ spiegelnde, transparente oder bewegte Objekte können problematisch sein
→ nicht jede Plattform oder Software unterstützt Gaussian Splatting direkt
Kurz gesagt:
Gaussian Splatting ist besonders sinnvoll, wenn ein Objekt oder Projekt realistisch, verständlich und interaktiv dargestellt werden soll. Für exakte Messungen oder technische Auswertungen sind je nach Ziel ein Orthofoto, ein 3D-Modell oder eine Punktwolke besser geeignet.